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Newsletter - KW 28/2010

Aktien Europa

SONDERAUSGABE: Das erste Halbjahr an den europäischen Börsen im überblick

Was die Märkte bewegte
(finanzinfo-service.de) Erstens kommt es anders, zweitens als man denkt. Dies trifft auf jeden Fall auf die Erwartungen der Börsianer am Ende des vergangenen Jahres zu. Damals ging man davon aus, dass zu Jahresanfang die "Jahresendrally“ fortgesetzt würde. Eigentlich wurde mehr gehofft, dass die schwächelnde Jahresendrally von einer richtigen Jahresanfangsrally abgelöst wird. So schlau, wie wir im Nachhinein immer sind, können wir nun festhalten, dass die Stimmung an den Börsen einfach zu gut für die unsichere Realität war. Es konnte kaum zu positiven überraschungen kommen, welche die Kurse weiter nach oben treiben konnten. Umso leichter war es aber, negative überraschungen zu erzeugen. Diese kamen zuerst aus Griechenland und brachten die Erkenntnis, dass die griechische Regierung die EU einmal mehr mit falschen Zahlen zur Lage des Haushalts belogen hat. Griechenland konnte nur durch die Hilfsmaßnahmen der EU und des IWF vor dem Staatsbankrott gerettet werde. Mit Spanien, Portugal, Italien und Irland gab und gibt es jedoch weitere Kandidaten, deren Haushaltslage mehr als bedrohlich erscheint. Die Geschehnisse legten die Schwächen im Euro-Währungssystem offen. Pessimisten sahen das Ende des Euro bevorstehen und die weltweite wirtschaftliche Erholung in Gefahr. Der Euro verlor gegenüber den anderen wichtigen Weltwährungen deutlich an Wert. Beim "einfachen Volk“ machte sich teilweise die urdeutsche Angst vor einer Inflation breit. Von einem "schwachen Euro“ war die Rede. Rational betrachtet ist dies blanker Unsinn, denn der Euro befindet sich trotz seiner aktuellen "Verluste“ z.B. gegenüber dem US-Dollar ziemlich genau auf jenem Niveau, welches Experten als "Kaufkraftparität“, also als faire Bewertung, bezeichnen. Die Gemeinschaftswährung war nur aufgrund des schwachen US-Dollar zuvor sehr stark gestiegen, was nun "korrigiert“ wurde. Griechenland hat erste, anscheinend wirkungsvolle, Maßnahmen zur Konsolidierung eingeleitet. Zuletzt sorgte Spanien für Unsicherheiten. Dort könnte der Bankenbranche noch großes Ungemach drohen, da auf der iberischen Halbinsel die Immobilienblase geplatzt ist, die sich von 2004 bis 2008 aufgeblasen hatte, was übrigens niemand an den Börsen wirklich überraschen dürfte.
Die Entwicklung der Aktienmärkte
Die Aktienmärkte haben gewohnt schwankungsreich (volatil) auf diese Geschehnisse reagiert. Wobei der Dax sich deutlich, im positiven Sinne, von den anderen Indizes abhebt. Die erste Angstwelle im Februar kostete den deutschen Leitindex knapp neun Prozent. Der EuroStoxx 50 verlor im gleichen Zeitraum mehr als elf Prozent. Heftiger kam es für die europäischen Aktienmärkte mit dem zweiten Rückschlag Anfang Mai. Der Dax verlor hier (gerechnet seit Jahresbeginn) rund vier Prozent. Die Probleme in Südeuropa kosteten den EuroStoxx 50 an dieser Stelle mehr als 15%! Ausgelöst wurde dieser schnelle Rückschlag von den rätselhaften Tagesverlusten an den US-Börsen am 6. Mai, als die wichtigsten Indizes, aus bislang ungeklärten Gründen, innerhalb weniger Stunden mehr als neun Prozent verloren. Man hatte den Eindruck, dass die sowieso schon extrem nervösen Anleger nun endlich die Schnauze voll hatten und froh waren, sich von den südeuropäischen Werten getrennt zu haben. Von diesem Rückschlag hat sich der Eurolandindex bis heute nicht erholt. Zum 30.6. verbuchte er ein Minus (seit Jahresbeginn) von 13,3%. Der Dax beendete das Halbjahr mit einer "schwarzen Null“. Dies zeigt, dass Deutschland derzeit als der sichere Hafen in der Eurozone gesehen wird. Dies galt übrigens auch schon vor dem tollen Auftritt unserer Elf in Südafrika. Sollen die Spanier doch Weltmeister sein, die armen Kerle haben ja sonst nichts. ;)
Ausblick
Seit Ende März schwanken die europäischen Aktienmärkte nun in einer rund zehn bis zwölf Prozent breiten Spanne auf und ab, ohne nennenswert vom Fleck zu kommen. Es braucht wohl einen neuen Impuls in die eine oder andere Richtung. Die Erwartung einer weiteren wirtschaftlichen Erholung ist genauso "eingepreist“, wie die Angst vor schlimmeren Problemen in der Eurozone.
Worauf ist im zweiten Halbjahr zu achten"
Einige Experten ziehen beharrlich die Parallele zur Entwicklung in 2004. Zwar kann niemand sagen, warum zwei Börsenjahre sich gleichen sollten, aber irgendeinen Halt braucht auch der gemeine Börsianer. Sollten sie Recht behalten, würde sich dieser Seitwärtstrend bis in den Herbst hinein fortsetzen, um dann in eine richtige Jahresendrally zu münden. Das gibt zumindest ein wenig Hoffnung. Allerdings sind am Horizont auch noch einige sehr bedrohliche Risiken zu erkennen. Die Staatsverschuldung ist ja kein exklusives Problem der südlichen Euroländer. Große Player an den Kapitalmärkten bergen durchaus größere Gefahren. Derzeit werden die Probleme Großbritanniens, der USA und Japans von den Märkten schlichtweg ignoriert. Das kann sich aber schnell ändern, denn die Schwierigkeiten dort sind keineswegs als gering einzustufen. Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, wenn z.B. die USA oder Großbritannien ein Downgrade durch die Ratingagenturen erfahren würden, dürften deutlich stärker sein und zu neuen herben Kursverlusten führen. Gänzlich unbeachtet ist die Tatsache, dass der Markt für US-Gewerbeimmobilien die gleichen Probleme hat, wie der dortige Privatimmobilienmarkt vor Ausbruch der Finanzkrise. Auch hier liegt Potenzial für negative überraschungen. Oder für gezielte Nachkäufe. Je nach Sichtweise. Auf jeden Fall wird es sich lohnen, die Augen offen zu halten.

Aktien Nord-Amerika

SONDERAUSGABE: Das erste Halbjahr an den US-Börsen im überblick

Was die Märkte bewegte
(finanzinfo-service.de) Selten standen die Kurse von US-Aktien so unter dem Eindruck von Geschehnissen außerhalb der USA. Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten bestimmten das Börsengeschehen meist nur tageweise. Die großen Bewegungen lösten im ersten Halbjahr die Ereignisse in Europa aus. Die Befürchtungen, der Staatsbankrott eines Eurolandes könnte letztlich den globalen Aufschwung gefährden sorgten für hohe Nervosität und zwei herbe Rückschläge an der Wallstreet im Februar und Anfang Mai. Am 6. Mai sorgte der unerklärliche Absturz der Leitindizes innerhalb weniger Stunden um mehr als neun Prozent für kurzzeitige Panik. Seitdem befinden sich die US-Indizes in einem deutlichen Abwärtstrend. Bis dahin sah es noch so aus, als wollten die US-Anleger den Europäern in diesem Jahr einmal wieder zeigen, was ein Börse ist. Aber seit dem Schreck vom 6. Mai scheint die Wallstreet der Mut verlassen zu haben.
Die Entwicklung der Aktienmärkte
Der Dow Jones Index hat seinen zwischenzeitlichen Vorsprung vor dem Dax eingebüßt und liegt zur Jahresmitte mit fast minus sieben Prozent deutlich hinten. Zugegeben, das ist noch deutlich besser, als die breiter streuenden europäischen Indizes, welche die südeuropäischen Märkte beinhalten. Wie zu erwarten war, waren die Ausschläge des Tech-Index Nasdaq Composite etwas kräftiger. Lag das maximale Plus in diesem Jahr beim Dow Jones Ende April bei rund 7,4%, freuten sich Investoren im Nasdaq zu diesem Zeitpunkt über Gewinne von 11,5%. Zur Jahresmitte haben sich diese dann wieder in Verluste von rund sieben Prozent verwandelt. Glücklich schätzen durften sich ausnahmsweise einmal Euroanleger, die in US-Aktien investiert hatten. Bedingt durch die Währungsgewinne des US-Dollar gegenüber dem Euro waren hier zur Jahresmitte Gewinne von jeweils rund neun Prozent mit diesen Indizes zu erzielen. Betrachtet man allerdings die Währungsverluste dieser Investitionen in den vergangenen Jahren, dürfte der Trost für langfristige Anleger noch gering sein.
Ausblick
Der Blick auf das zweite Halbjahr unterscheidet sich nicht wesentlich von demjenigen auf die europäischen Aktienmärkte für diesen Zeitraum, weshalb wir diesen Ausblick unten erneut wiedergeben. Für die Gewinnentwicklung der US-Unternehmen (und damit letztlich auch für die Aktienkurse) dürfte allerdings die Entwicklung des US-Konsum von größerer Bedeutung sein. Während viele europäische Unternehmen stark vom Export in die Schwellenländer leben, ist der Binnenmarkt für viele US-Firmen von zentraler Bedeutung. Dieser leidet unter der nötigen Entschuldung der Privathaushalte und der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit. Die Nachrichtenlage zu diesen Themen verdient besondere Beachtung und wird auch im Fokus unserer Zusammenfassungen in den nächsten Monaten stehen.
Hier unser Ausblick auf die europäischen Aktienmärkte im zweiten Halbjahr:Worauf ist im zweiten Halbjahr zu achten"
Einige Experten ziehen beharrlich die Parallele zur Entwicklung in 2004. Zwar kann niemand sagen, warum zwei Börsenjahre sich gleichen sollten, aber irgendeinen Halt braucht auch der gemeine Börsianer. Sollten sie Recht behalten, würde sich dieser Seitwärtstrend bis in den Herbst hinein fortsetzen, um dann in eine richtige Jahresendrally zu münden. Das gibt zumindest ein wenig Hoffnung. Allerdings sind am Horizont auch noch einige sehr bedrohliche Risiken zu erkennen. Die Staatsverschuldung ist ja kein exklusives Problem der südlichen Euroländer. Große Player an den Kapitalmärkten bergen durchaus größere Gefahren. Derzeit werden die Probleme Großbritanniens, der USA und Japans von den Märkten schlichtweg ignoriert. Das kann sich aber schnell ändern, denn die Schwierigkeiten dort sind keineswegs als gering einzustufen. Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte, wenn z.B. die USA oder Großbritannien ein Downgrade durch die Ratingagenturen erfahren würden, dürften deutlich stärker sein und zu neuen herben Kursverlusten führen. Gänzlich unbeachtet ist die Tatsache, dass der Markt für US-Gewerbeimmobilien die gleichen Probleme hat, wie der dortige Privatimmobilienmarkt vor Ausbruch der Finanzkrise. Auch hier liegt Potenzial für negative Überraschungen. Oder für gezielte Nachkäufe. Je nach Sichtweise. Auf jeden Fall wird es sich lohnen, die Augen offen zu halten.


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