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Newsletter - KW 19/2010
Aktien Europa(finanzinfo-service.de) Eine Achterbahnfahrt ist ein Kindergeburtstag gegen das, was uns die europäischen Aktienmärkte derzeit bieten. Nach den heftigen Verlusten der letzten beiden Wochen schoss der Dax in Folge des EU-Rettungspaketes für schwächelnde Euroländer von Montag bis Donnerstag um mehr als neun Prozent nach oben und erreichte wieder das Niveau von vor drei Wochen. Zwischenzeitlichen Aufwind erhielten die Aktienkurse durch ein von der spanischen Regierung beschlossenes Sparpaket, welches das Vertrauen darin stärkte, dass Spanien sich allein aus seiner Schuldenmisere wird befreien können. Schnell wurden aber auch Stimmen laut, die vor einem Abwürgen des Wirtschaftswachstums durch diese Sparmaßnahmen warnten. Während der Dax noch fröhlich nach oben kletterte, gaben spanische Aktien bereits nach. überhaupt war festzustellen, dass Deutschland zusehends als "sicherer Hafen“ angesehen wird. Der bei den Anleihen schon länger bestehende Trend hinein in deutsche Werte scheint nun auch vermehrt auf Aktien über zu greifen. Dies zeigt sich auch daran, dass der Dax sich seit Jahresbeginn um 13% besser entwickelt hat, als der Euro Stoxx 50. Dies konnte aber nicht verhindern, dass ein Stimmungsumschwung im späten Freitagshandel für einen sorgenvollen Start des Wochenendes sorgte. Hatte man Mitte der Woche noch angenommen, die Krise des Euro sei mit dem Rettungspaket beendet, kam das Erwachen aus diesem Traum spätestens am Freitagnachmittag. Schon im Laufe der Woche deutete sich an, dass es keine wirkliche Erholung des Euro geben würde. Der Verfall hatte sich lediglich verlangsamt. Am Freitag sank die Gemeinschaftswährung dann unter die Marke von 1,24 US-Dollar und damit nahe an einen Vierjahrestiefstand. Hinzu kamen noch Sorgen über eine verschärfte Regulierung der Finanzmärkte in den USA und skeptische äußerungen einiger wichtiger Marktgrößen (Paul Volcker, Josef Ackermann) bezüglich Effektivität der Maßnahmen der EU zur Rettung Griechenlands und Sicherung der Stabilität in der Euro-Zone. Der Dax gab so am Freitag mehr als drei Prozent ab, landete auf Wochensicht aber immerhin mit fast sechs Prozent noch satt im Plus. Seit Jahresanfang steht nun ein Gewinn von 1,7% in den Büchern der Aktionäre. Der Euro Stoxx 50 legte in dieser Woche um 5,4% zu, ist aber nach der schlechten ersten Maiwoche in 2010 mit mehr als elf Prozent im Minus. Agenda: High Noon in Euroland In diesem sehr ausführlichen Artikel beschreibt die ftd die Geschehnisse auf europäischer Ebene, welche zum Rettungspaket der Eurozone und des IWF mit einem Gesamtvolumen von 750 Mrd. Euro geführt haben. Wie das Blatt beschreibt, waren besonders die Probleme an den Rentenmärkten der Auslöser der Krise. In einer Art Kettenreaktion hätten nacheinander Verkaufswellen bei den Staatsanleihen verschiedener Eurostaaten eingesetzt. Nach Griechenland, Spanien und Portugal seien auch Belgien und sogar Frankreich betroffen gewesen. Lediglich nach Deutschen Staatsanleihen habe es noch eine Nachfrage gegeben. Bei allen anderen Papieren habe es kaum noch Käufer, fast nur noch Verkäufer gegeben. Hinzu kamen Probleme an den Geldmärkten, die auch die Versorgung mit US-Dollar gefährdet hätten. Diese Lage hatte sich zum Freitag hin soweit zugespitzt, dass für den Montag schwerste Verwerfungen an den Kapitalmärkten zu Befürchtungen gewesen wären, welche sogar das Ausmaß der Lehman-Pleite hätten erreichen oder übertreffen können. So wurde ein Treffen der EU-Regierungschefs zur ?Nachbesprechung? des Rettungspaketes für Griechenland zum Krisentreffen, auf welchen EZB-Chef Trichet die Dringlichkeit der Lage verdeutlichte und sofortige wirksamen Maßnahmen der Politik zur Unterstützung der Aktivitäten der EZB forderte. Auch US-Präsident Obama hatte zuvor telefonisch Kanzlerin Merkel auf die Brisanz der Lage hingewiesen und eine schnelle Lösung eingefordert. Wir empfehlen in diesem Fall die Lektüre des Originalartikels, welcher auch die gerne benutzten Aussagen, dass Spekulanten für die Probleme verantwortlich seien, sehr gut relativiert.[Quelle online lesen..]
Europa packt den Rotstift aus Die ftd berichtet über Sparmaßnahmen der neben Griechenland im Fokus stehenden Euro-Länder Spanien und Portugal. Beide Staaten kündigten an, zusätzliche Anstrengungen zur Konsolidierung ihrer Haushalte zu unternehmen. Ausgabenkürzungen und Steuererhöhungen stehen auf der Maßnahmenliste, welche flankierend zum Euro-Rettungsschirm das Vertrauen der Märkte wieder zurück bringen soll. Wie das Blatt darüber hinaus berichtet, hat Kanzlerin Merkel eindringlich auf die Bedeutung der aktuellen Situation hingewiesen:Zitat: " Merkel sagte, diese Bewährungsprobe müsse bestanden werden. Gelinge das nicht, seien die Folgen unabsehbar. Die Rettung des Euros sei so wichtig, weil alle spürten: "Scheitert der Euro, dann scheitert nicht nur das Geld, dann scheitert Europa, dann scheitert die Idee der europäischen Einigung"."[Quelle online lesen..]
Deutsche Wirtschaft vor Wachstumsschub Wie die ftd berichtet, erhöhen Wirtschaftsinstitute und Banken ihre Prognosen für das deutsche und das europäische Wirtschaftswachstum auf breiter Front. Unbeeindruckt von der Eurokrise verleihe der wachsende Welthandel auch der deutschen Wirtschaft deutlich mehr Schwung, als noch kürzlich angenommen. Die Ängste vor einer Kreditklemme und erhöhter Arbeitslosigkeit würden sich zunehmend als unbegründet erweisen. Für Deutschland sei auf Jahressicht ein Wachstum von mehr als zwei Prozent durchaus möglich.[Quelle online lesen..]
Kaum Chancen für Griechenland Wie die FAZ berichtet, geht der Vorstandsvorsitzende der Deutsche Bank AG, Josef Ackermann, davon aus, dass die von der EU und dem IWF beschlossenen Hilfsmaßnahmen nicht verhindern werden, dass Griechenland eine Umschuldung wird vornehmen müssen. Wie Ackermann in einem ZDF-Interview äußerte, sei zweifelhaft, ob Griechenland die nötige Kraft besitze, sich selbst zu sanieren. Man müsse allerdings auf EU-Ebene den schlimmsten Fall unbedingt verhindern, um das europäische Finanzsystem und die Bankenwelt nicht zu gefährden. Für Griechenland und Spanien sieht Ackermann dagegen gute Chancen. Mit seinen Äußerungen stößt der Bankchef auf deutlichen Widerstand seitens der Politik. Auch andere Marktteilnehmer, wie z.B. Folker Hellmeyer von der Bremer Landesbank, zweifeln an Ackermanns Worten und weisen darauf hin, dass Ackermann mit seinen Prognosen zuverlässig falsch liege.[Quelle online lesen..]
Ackermanns verkehrte Welt Die ftd-Redakteurin Christine Mai macht sich am Donnerstag über die Qualität der Prognosen des Deutsche Bank Chefs Ackermann lustig. Er sei ein ?Krisenorakel? und es liege in der Natur eines Orakels, missverstanden zu werden. Mai listet Beispiele seit Beginn der Finanzkrise auf, wo Ackermann mit seinen Prognosen genau das Gegenteil der später eintretenden Realität vorhergesagt habe. So betrachtet sei seine Prognose, dass Griechenland kaum Chancen auf eine Sanierung seiner Staatsfinanzen habe, eine gute Nachricht für die Hellenen:Zitat: " Der Chef der Deutschen Bank zweifelt an einem Comeback der Griechen. Das könnte für die Hellenen ein Glücksfall sein, denn die Krise hat gezeigt: Meist tritt das Gegenteil von Ackermanns Offenbarungen ein."[Quelle online lesen..]
Aktien Nord-Amerika (finanzinfo-service.de) Selten bestimmt das Geschehen in Europa die Entwicklung der Aktienkurse an der Wallstreet. In dieser Woche stand aber eindeutig erst die vermeintliche Vertreibung des Euro-Krisen-Gespenstes und anschließend seine Rückkehr kurz vor dem Wochenende im Blickpunkt der US-Börsen. Lediglich am Donnerstag bestimmten schwache Zahlen vom US-Arbeitsmarkt die Berichte vom Börsenparkett. Freitags hingegen wurden positive Meldungen über einen überraschend kräftigen Anstieg der Industrieproduktion von den Anlegern ignoriert. Der erneut sehr schwache Euro dokumentierte die Sorgen der Märkte, dass die Schuldenkrise im Euroland noch nicht gelöst ist und schickten die Aktienkurse auf Talfahrt. So konnten am Ende mit dem Montag und dem Mittwoch nur zwei Börsentage positive Vorzeichen aufweisen, diese genügten aber für ein Wochenplus von 2,3% des Dow Jones und 3,6% des Nasdaq Composite. Damit haben sich beide Indizes seit Jahresbeginn wieder in die Gewinnzone gehievt (Dow Jones: + 1,8%, Nasdaq: + 3,4%). Der Euroanleger liegt 2010 unter Berücksichtigung der Währungskurse mit mehr als 14% (Dow Jones) bzw. fast 20% (Nasdaq) im Plus.
US-Industrie kommt in Schwung Wie Teleboerse.de berichtet, sind sowohl die Zahlen der US-Industrieproduktion als die des Einzelhandels deutlich besser ausgefallen, als von den Analysten erwartet. Auch die Kapazitätsauslastung der Industrie sei überraschend stark gestiegen, liege aber nach wie vor unter dem langjährigen Durchschnitt. Erfreulich seien auch überraschend gute Verkaufszahlen vom Automarkt.[Quelle online lesen..]
US-Häusermarkt kränkelt weiter: Fannie braucht Milliarden Wie Teleboerse.de berichtet verbuchen die US-Immobilienfinanzierer weiterhin Verluste, da viele Kreditnehmer wegen der Krise ihren Job verloren hätten und ihre Kredite nicht bedienen könnten. Allerdings habe sich der Verlust auf Jahressicht etwa halbiert und die Anzahl der leidenden Kredite sei erstmals seit drei Jahren leicht rückläufig. Die geschilderten Umstände seien ein Zeichen dafür, dass die Immobilienkrise in den USA noch nicht ausgestanden sei.[Quelle online lesen..]
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