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Newsletter - KW 30/2009 (PDF-Version)

Aktien Europa

Die europäischen Börsen erlebten eine zweite sehr positive Woche in Folge. Der Dax konnte rund fünf Prozent Gewinn verbuchen und auch der Euro Stoxx 50 kann sich mit rund 4,6 % plus sehen lassen. Anleger, die zu Jahresanfang in diese Indizes investiert haben, waren per Freitag mit rund 7,7 % im Dax und über 5% im Euro Stoxx 50 im Plus. Dies allerdings vor dem Hintergrund, dass beide Indizes im Jahr 2008 rund 50% abgaben und jeweils schon 100 % Zuwachs brauchen, um wieder auf das Niveau von Januar 2008 zu gelangen.Bestimmend waren in dieser Woche gute (oder solche, die als gut interpretiert wurden) Nachrichten von der amerikanischen Konjunkturseite. Diverse positive Nachrichten von US-Unternehmen wogen schwerer, als schlechte Ergebnisse der US-Bank Morgan-Stanley. Auch der US Immobilienmarkt konnte mit steigenden Unsätzen zur guten Stimmung beitragen. Aus Deutschland kamen am Freitag gute Nachrichten vom Ifo-Geschäftsklimaindex, der das vierte Mal in Folge steigen konnte, aber keinen spürbaren Eindruck an den Börsen hinterließ. Der Freitag war der einzige Tag der Woche, an welchem der Dax nicht weiter steigen konnte.

Kurzfristiger Abwärtstrend endet)Die Seite ftd.de beschäftigt sich am Montag mit der charttechnischen Situation des DAX. Andreas Büchler, Autor dieses Artikels sieht den kurzfristigen im Juni gestarteten Abwärtstrend durchbrochen und erwartet ein Kurspotenzial von über 5.300 Punkten.
" Der Markt steht vor einer Richtungsentscheidung, die ihm durch eine seit Anfang 2008 bestehende Trendgerade aufgezwungen wird. An der Geraden kam es im Juni regelmäßig zu Gewinnmitnahmen. Die bei rund 5000 Punkten verlaufende Linie könnte am Montag bereits zu Handelsbeginn überwunden werden"Würde der DAX die Marke von 5.380 Punkten überspringen, wäre ein längerfristiger Trend gebrochen und es bestünde Potenzial bis rund 6.600 Punkte.[Quelle online lesen..]

Sorgenkind Exportweltmeister
Ein Autorenteam der ftd berichtet über unterschiedliche Ansichten führender Volkswirte zur Zukunft der deutschen Wirtschaft. Neben den aktuellen Aussagen der Bank M.M. Warburg gibt es auch Stimmen aus dem Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und des IWF, die die führende Rolle Deutschlands als Exportnation dahinschwinden sehen. Einer der Hauptgründe sei, dass die wichtigsten ?Kunden? Deutschlands, wie z.B. die USA und Osteuropa, in Folge der Wirtschaftskrise nicht schnell wieder auf das bisherige Konsumniveau kommen würden. Gefordert wird eine Förderung der Binnennachfrage. Die Autoren führen allerdings auch an, dass die Mehrheit der Volkswirte nach wie vor positiv für die deutsche Exportwirtschaft gestimmt ist und diese als alternativlos ansieht. Grund hierfür sei, dass vor dem Hintergrund der aktuellen Krise die Binnennachfrage kaum eine Chance auf eine spürbare Belebung hätte." Auch auf mehr Unternehmensinvestitionen zur Stärkung der Inlandsnachfrage könnten die Deutschen kaum hoffen: In den vergangenen Jahren hatten die Unternehmen ihre Kapazitäten kräftig ausgebaut, ein neuer Investitionsschub sei daher nicht zu erwarten. "Uns bleibt keine andere Wahl, als erst mal so weiterzumachen wie bisher - als Exportnation", sagt Klude."[Quelle online lesen..]


Aktien Nord-Amerika

Sehr unterschiedliche Nachrichten zu Unternehmensgewinnen und dem Konjunkturverlauf wurden am amerikanischen Aktienmarkt letztlich positiv interpretiert. Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq verbuchten auf Wochensicht ein Plus von rund vier Prozent. Positiv gewertet wurden die Rettung der Mittelstandsbank CTI, die Zuversicht der US-Regierung basierend auf einem Anstieg des Conference-Board-Index, gute Unternehmensmeldungen von Caterpillar und Apple, positive Daten vom Immobilienmarkt und eine "nur etwas höher als erwartet" ausgefallene Anzahl an neuen Arbeitslosen. Dies sorgte z.B. dafür, dass der Nasdaq bis Donnerstag zwölf aufeinander folgende Tage mit Gewinnen verbuchen konnte, was es zuletzt 1992 gab.
Nur für leichte zwischenzeitliche Verunsicherung sorgen konnten eine trübe Konjunkturprognose von Fed-Chef Bernanke, hohe Verluste bei Morgan-Stanley und ein gesunkenes Verbrauchervertrauen. Die Ankündigung von Bernanke, die Hilfen für den Finanzsektor zu reduzieren wurden als positives Merkmal gewertet, dass das schlimmste in dieser Branche vorbei sei.

Aktienanleger kommen in Jubellaune
Ein Autorenteam der ftd wagt einen positiven Ausblick in die kommende Börsenwoche. Impulse werden von weiterhin überraschend positiven Unternehmenszahlen erwartet. Darüber hinaus sei eine sehr hohe Summe in US-Geldmarktfonds geparkt, welche die Kurse treiben sollte, wenn Sie auf der Suche nach Rendite wieder in den Aktienmarkt investiert würde." Neben den guten Zwischenergebnissen der Firmen nennen Analysten auch die hohe Liquidität an den Märkten als weiteren Grund für steigende Aktienkurse. 3700 Mrd. $ seien derzeit in amerikanischen Geldmarktfonds investiert - das entspreche fast der Hälfte der Marktkapitalisierung des S&P 500, schreiben HSBC-Experten. Wenn dieses Kapital in renditeträchtigere Anlagen umgeschichtet werde, dürfte das auch den Aktienkursen enorm zugute kommen."Auch ein klassischer Grund für eine erwartete Konjunkturerholung wird in diesem Zusammenhang wieder angeführt, die geringen Lagerkapazitäten und die zu erwartende Auffüllung derselben.[Quelle online lesen..]

Rekord-Kreditausfälle bei Amex
Schon seit Beginn der Finanzkrise gibt es warnende Stimmen, die bei den amerikanischen Kreditkartenunternehmen noch größere Probleme vermuten, als sie im Bereich der Hypotheken entstanden sind. Auf der Internetseite der ARD ist ein Bericht erschienen, welcher die Situation bei American Express, einem der Big Player dieser Branche, schildert. Zusammenfassend lässt sich herauslesen, dass die Situation bei Amex zwar schlecht, aber nicht katastrophal zu sein scheint." Zusätzlich belastete die Rückzahlung der Milliardenhilfen an den Staat den Gewinn. Klammert man dies aus, sank der Nettogewinn lediglich um die Hälfte auf 337 Millionen Dollar oder 27 Cent je Aktie."Beachtenswert ist aber die Aussage, dass andere Kreditkartenunternehmen in einer besseren Situation seien, weil dort die kartenausgebenden Banken die Risiken tragen. Fraglich ist also, wie sich die schlechter werdende Bonität der US-Verbraucher auf die Branche an sich auswirken wird.Wie sich die Situation allgemein darstellt schildert eine Untersuchung der Ratingagentur Moody´s:" vermeldet, dass die Ausfälle bei US-Kreditkartenfirmen im Juni auf einen neuen Höchststand geklettert sind. Im so genannten Moody's-Index stiegen sie auf 10,76 Prozent nach 10,62 Prozent im Mai. Immerhin, stellte Moody's fest, habe sich der Zuwachs bei den nicht bezahlten Rechnungen zum ersten Mal seit sechs Monaten verlangsamt. Die Ratingagentur erwartet, dass die Ausfälle ihren Höhepunkt bei 12 bis 13 Prozent erreichen. Mit einer Erholung sei Mitte nächsten Jahres zu rechnen."[Quelle online lesen..]


Aktien Asien

Die Anleger in Japan ließen sich genauso wie die Europäer von der guten Stimmung in den USA anstecken. Nach einem Feiertag am Montag stieg der Nikkei täglich weiter an und schloss letztlich auf Wochensicht mit einem Plus von 5,8 %. Neben den Nachrichten aus den USA beflügelten auch die Zahlen von Sony und der exportfördernde Rückgang des Yen die Kurse in Tokio.Sensibler auf die US-Konjunktur- und Unternehmensmeldungen reagierten die chinesischen Indizes. Der für ausländische Investoren interessante Hang Seng Index aus Hong-Kong musste zur Wochenmitte hin Schwankungen in Kauf nehmen, schloss unter dem Strich aber mit erneut mehr als sechs Prozent im Plus die Börsenwoche positiv ab.



Aktien Schwellenländer

WEmerging MarketsAuch die Schwellenländer ließen sich von den Nachrichten aus den USA mitreißen und verbuchten deutliche Gewinne. An der Spitze liegt auch diese Woche die Börse in Moskau, die fast an die Vorwoche anschließen konnte und nur knapp unter plus 10 % auf Wochensicht blieb. Dominierend bei dieser Entwicklung waren die Hoffnungen auf steigende Ölpreise durch die anziehende Konjunktur. Auch die Nummer zwei in der Wochenperformance der BRIC-Staaten, Brasilien, würde von diesem anziehenden Rohstoffbedarf profitieren. Diese Erwartungen ließen den Bovespa in dieser Woche um mehr als 4,5 % steigen. Doch auch in Asien gab es freundliche Gesichter an Börsen. Mit einer Wochenperformance von rund 4,3% dürfte man sowohl in Mumbay als auch in Shanghai zufrieden gewesen sein.

China: Wo Jim Rogers ungehört bleibt
Im Markt-Monitor des Handelsblattes beschreibt Autor Ralf Drescher die aktuelle Situation am chinesischen Aktienmarkt. Wie Drescher berichtet, seien in Japan die Renditejäger wieder am Werk, als gäbe es weder eine Finanz- noch eine Wirtschaftskrise. Eine Verdoppelung der Kurse seit Jahresbeginn habe zu Aktienbewertungen geführt, die auf die Entwicklung einer neuen Blase hinweisen. " Die Bewertungen haben noch deutlicher angezogen: Nach Bloomberg-Berechnungen sind chinesische Aktien so teuer wie seit Januar 2008 nicht mehr. Im Schnitt werden die Titel in Schanghai zum 36-fachen ihrer Gewinne gehandelt. Das ist fast schon wieder Blasen-Niveau."Treibende Kraft seien die Privatanleger, die nach Dreschers Aussage rund zwei Drittel der Umsätze an den chinesischen Binnenmärkten verursachen. Dreschers Schilderung der Nachfrage nach IPOs erinnert an den Neuer-Markt-Hype in Deutschland auf dem Hochpunkt der Internetblase. Dass der Handelsblatt-Autor mit seiner Meinung nicht alleine ist, zeigt die skeptische Aussage der Investoren-Legende Jim Rogers:" Gesund ist das alles nicht. Selbst bekennende China-Bullen wie Jim Rogers warnen bereits, dass die Aktienmärkte der Realität vorausgeeilt sind. Doch was ein Herr Rogers sagt, ist den Chinesen herzlich egal. Sie wittern das schnelle Geld. Und das lässt sich angesichts minimaler Zinsen nirgendwo so leicht verdienen wie am Aktienmarkt. Die Zockerei an Chinas Börsen wird daher weitergehen - so lange, bis die nächste Blase platzt"[Quelle online lesen..]


Osteuropa
Die osteuropäischen Börsen sahen in dieser Woche ebenfalls keinen Grund aus der Reihe zu tanzen. Angesteckt von allgemeinen guten Stimmung konnten Aktionäre auch diese Woche sehr erfolgreich abschließen. Erneut allen voran stürmte der polnische Aktienmarkt, der mit fast 7,8 % als regionaler Primus glänzte. Aber auch in Budapest (+ 4,2 %) und Prag (+ 3,2 %) gab es keinen Grund für schlechte Laune.

Devisen- und Rentenmärkte

Devisen
Auch in dieser Woche gaben der Yen und der US-Dollar zum Euro an Wert ab. Der Trend, Fluchtwährungen zu verlassen, um wieder größere Risiken einzugehen, hält an. Der Euro tut sich allerdings schwer, die Marke von 1,42 USD nachhaltig zu überwinden. Auf Wochensicht konnte der Euro 0,7 % zum Dollar hinzu gewinnen. Experten erwarten eine Fortsetzung dieser Tendenz, wenn sie sich auch einmal wieder über die kurzfristige Entwicklung völlig uneins sind.



Renten
Die Rentenmärkte verhalten sich, wie dies in Zeiten sehr positiver Aktienmärkte als normal angesehen werden kann. Bei steigender Nachfrage nach Aktien sinkt die Nachfrage nach Zinspapieren, was zu steigenden Renditen und sinkenden Kursen führt. So gaben in dieser Woche auch die Rentenindizes ab. Der REX verlor 0,33% und der Bund Future musste fast 0,6% abgeben. In den USA stiegen die Renditen nur sehr leicht, für Euro-Anleger kamen allerdings die Verluste aus dem Euro / Dollar Verhältnis hinzu.

Sommerpause am Anleihemarkt fällt aus
Ftd-Autorin Mareike Schulz berichtet über eine Verbesserung der Finanzierungsmöglichkeiten für Unternehmen am Kapitalmarkt. Zum einen seien im Juli erstmalig wieder Unternehmensanleihen mit langen Laufzeiten erfolgreich am Markt platziert worden:" Anfang Juli brach jedoch der Energieversorger EnBW mit einer 30 Jahre laufenden Anleihe das Eis für das langfristige Laufzeitsegment. Auch der Versicherungsriese Allianz traf mit seiner zehnjährigen Anleihe erst kürzlich auf große Nachfrage: Der 1,5 Mrd. Euro schwere Bond soll laut Insidern achtfach überzeichnet gewesen sein."Zum anderen seien die Renditeunterschiede (Spreads) zwischen Staatsanleihen und Unternehmensanleihen guter Bonität sehr stark gesunken, was eine Verbilligung von Fremdkapital für Unternehmen bedeutet. Da derzeit sehr viel Liquidität an den Märkten vorhanden sei, setze die übliche Sommerpause in der Emissionstätigkeit dieses Jahr erst verspätet ein.
Schulz berichtet auch von einer Äußerung eines Experten der LBBW, welcher langfristig ein steigende Tendenz zur Unternehmensfinanzierung über die Kapitalmärkte erwarte, wie dies in den USA bereits üblich sei.[Quelle online lesen..]

Firmenanleihen: Vorsicht vor relativen Bewertungen
In der Rubrik ?Bulle und Bär? beschäftigt auch sich auch die Handelsblatt-Autorin Andrea Cünnen mit dem Thema Unternehmensanleihen. Sie warnt Anleger jedoch davor, den Empfehlungen der Fondsgesellschaften zu folgen, und derzeit in Unternehmensanleihen zu investieren. Die möglichen Renditen von Anleihen mit guter Bonität seien absolut betrachtet unter dem Strich nicht attraktiv. " Die Zeit der Schnäppchen bei Unternehmensanleihen ist vorbei. Wer Renditen um die sechs Prozent will, muss schon zu riskanteren Anleihen wie zum Beispiel denen der Lufthansa greifen."Cünnen erläutert den Unterschied zwischen der relativen und der absoluten Rendite und die Abhängigkeit der Verzinsung vom allgemeinen Zinsniveau.[Quelle online lesen..]

Hohe Profite für zweitklassige Gläubiger
Auch der ftd-Autor Franz von den Driesch beschäftigt sich mit dem Thema Unternehmensanleihen, beleuchtet aber die ?2. Reihe? dieser Anlageklasse. Er berichtet darüber, dass die klassischen Unternehmensanleihen, die in den letzten Monaten stark im Focus der Anleger standen, aufgrund der gesunkenen Renditen mittlerweile an Attraktivität verloren hätten. Interessant seien aber nach wie vor nachrangig besicherte Anleihen." Den höheren Renditen steht im Vergleich zu normalen Unternehmensbonds aber auch ein erhöhtes Risiko gegenüber. Bei nachrangigen Anleihen ist der Name Programm - sprich, die Anleger werden im Insolvenzfall erst dann bedient, wenn die übrigen Gläubiger ausgezahlt wurden. Das Risiko des Totalverlusts ist somit größer. "Der Autor schildert an Beispielen, dass es in der Realität vorkommen kann, dass Zinszahlungen ausfallen oder Rückzahlungstermine verschoben werden. Dem gegenüber steht eine deutlich höhere Rendite, so seien mit einer entsprechenden Henkel-Anleihe derzeit mehr als zehn Prozent zu erzielen. Zur Risikobetrachtung aus Sicht des Privatanlegers zitiert der Autor Experten für dieses Segment:" "Die Wahrscheinlichkeit, dass Henkel die Anleihe nicht zum ersten Termin zurückzahlt, ist gering", dämpft Bargel allzu große Befürchtungen. Die Gefahr, dass Privatanleger ihre Papiere bei Bedarf nicht verkaufen können, schätzen Experten ebenfalls als gering ein. "Für Privatanleger ist die Liquidität der Henkel-, Bayer-, Linde- und auch Siemens-Anleihe ausreichend", sagt Traub."[Quelle online lesen..]

Die nächste Billionenblase droht zu platzen
Der Börsenhändler Dirk Müller beschäftigt sich auf Spiegel.de mit der Entwicklung rund um US-Staatsanleihen. Er befürchtet, dass weltweit eine Flucht der großen Investoren aus den Treasuries begonnen hat. Die gute Entwicklung an den Aktienmärkten und die gestiegene Risikobereitschaft hätten dazu geführt, dass die Probleme der USA mit ihrer hohen Staatsverschuldung stärker in das Bewusstsein der Anleger rücken. Müller sieht einen Möglichen Grund für den verstärkten Einkauf Chinas an den weltweiten Rohstoffmärkten im Bestreben, die US-Dollarbestände zu reduzieren und Sachwerte aufzubauen. Auch seien die letzten Kursgewinne bei Aktien eventuell den Kapitalströmen raus aus den Bonds und rein in die Aktien zu verdanken. Die Entwicklung des Goldpreises spreche gegen ein komplett zurückgekehrtes Vertrauen der Anleger in die Aktienmärkte. Es sei für immer mehr Marktteilnehmer vorstellbar, dass die Amerikaner ihr Verschuldungsproblem durch Inflation oder eine Währungsreform lösen könnten.
Zusätzlicher Druck käme von Seiten der Ratingagenturen. Sollten diese die Bonität der USA herabstufen, käme erheblicher Druck auf die US-Staatsanleihen zu.[Quelle online lesen..]


Rohstoffe

Im Zuge der Hoffnungen auf eine anziehende Konjunktur setzte der ölpreis seinen Aufwärtstrend der vergangenen Woche fort. Nach einem Anstieg um fast acht Prozent in der Vorwoche kamen in dieser Woche noch einmal knapp sieben Prozent hinzu. Somit hat sich der ölpreis seit seinem Tiefstand um den Jahreswechsel wieder mehr als verdoppelt. Eine weitere Verdopplung wäre allerdings nötig, um wieder auf die Höchststände aus der ersten Jahreshälfte 2008 zu kommen
Auch der Goldpreis konnte in dieser Woche zulegen. Trotz steigender Aktienkurse und zunehmender Risikobereitschaft wurde Gold um mehr als 1,5 % teurer. Manche Marktteilnehmer interpretieren dies als Zeichen dafür, dass viele Akteure der Erholung der Aktienmärkte nicht trauen und parallel einen Sicherheitspuffer aufbauen. Andere Stimmen verweisen auf die normalerweise vorhandene Korrelation zwischen der Entwicklung des US-Dollar und des Goldpreises. Darüber hinaus finden sich Argumente dafür, dass die allgemeine Nachfrage nach Rohstoffen auch das Gold mitziehe, z.B. über indexierte Produkte.

Schwere Zeiten auf dem ölmarkt
Tobias Bayer, Autor der ftd, berichtet in einem Artikel über die aktuelle Situation an den Märkten für Erdölprodukte. Seine beiden zentralen Aussagen sind einerseits, dass sich der Preisunterschied zwischen Leicht- und Schweröl in den letzten drei Jahren so stark reduziert habe, dass er fast nicht mehr existent sei, andererseits dass durch die aktuell geringe Nachfrage nach Erdölprodukten besonders unabhängige Raffinerien derzeit vor der Stilllegung stünden.[Quelle online lesen..]

Rubel und Real statt öl-Speku
In der ftd schlägt Autorin Antonie Klotz Anlegern eine Alternative zu direkten Investments in öL vor. Sie sieht einen sehr hohen Gleichlauf (Korrelation) der Währungen Russlands und Brasiliens zum ölpreis und schlägt vor, anstelle in öl-Futures in Zinspapiere in Rubel oder Real zu investieren. Vorteil sei hier, dass neben den durch den ölpreis bedingten Kursentwicklungen auch noch Zinsen anfielen. Sie beendet ihren Artikel mit dem Hinweis, das solche Anlagen einer ständigen überwachung bedürfen.[Quelle online lesen..]

Aufsicht verschreckt Weizenspekulanten
Ftd-Autor Tobias Bayer berichtet in diesem Artikel über Bestrebungen der US-Terminaufsicht CFTC die Auswirkungen spekulativer Aktivitäten auf den Weizenpreis einzudämmen. Hintergrund ist, dass der Anteil an sog. Indexinvestoren in den letzten Jahren so stark zugenommen hat, dass sich die klassischen Marktteilnehmer in ihren Aktivitäten beeinflusst sehen und der Weizenpreis zeitweise mehr von kurzfristigen Spekulationen als von Angebot und Nachfrage bestimmt wird. Dies habe z.B. im Juli 2008 zu einem starken Preisanstieg geführt." Unter ihrem neuen Chef Gensler schlägt die traditionell Wall-Street-freundliche CFTC einen neuen Kurs ein. Während sein Vorgänger Walter Lukken Spekulanten noch von der Verantwortung für Rohstoffpreisspitzen freigesprochen hatte, bezeichnete Gensler den Anstieg des ölpreises auf 147 $ im Juli 2008 als "Rohstoffblase". Er kündigte an, mit Positionsobergrenzen und schärferen Offenlegungspflichten exzessive Spekulation eindämmen zu wollen. "[Quelle online lesen..]


Spezialthemen

Ist der Ruf erst betoniert ...
Ftd-Autor Bernd Mikosch setzt sich kritisch mit der Rolle so genannter Börsengurus auseinander. Am Beispiel des Spezialisten für Schwellenländer Mark Mobius, von der Investmentgesellschaft Templeton, schildert Mikosch, dass dieser Status oft unberechtigt sei. So habe Mobius es allein in der vergangenen Woche mit drei verschiedenen Prognosen geschafft, dass diese in führenden Börsendiensten wiedergegeben wurden. Mobius gilt seit Jahren als Spezialist für die Schwellenländer, verwaltet einen der größten Schwellenländerfonds der Welt und wird von seinem eigenen Arbeitgeber als "Guru" bezeichnet. Mikosch führt an, dass die Ergebnisse seines Fonds im krassen Gegensatz zu Mobius´ Status stehen. Der von ihm verwaltete Fonds liefere langfristig keine besonderen Ergebnisse." In den vergangenen Jahren allerdings lag er meist daneben, wie ein Blick auf seinen Templeton Emerging Markets Fund zeigt. Der schaffte seit Auflegung 1991 zwar ein Plus von 118 Prozent, der Schwellenländerindex von MSCI hat aber mehr als dreimal so viel gewonnen. Nur in einem der vergangenen zehn Jahre konnte Mobius den Index schlagen - ein Armutszeugnis."Mobius befindet sich laut Mikosch allerdings in guter Gesellschaft. Weiteren bekannten Börsen-Größen ergehe es ähnlich, meint der Autor und führt als weitere Beispiele Ken Fisher und Gottfried Heller an.[Quelle online lesen..]

Krise, Crash und Katastrophen
Handelsblatt-Autor Ingo Narat zieht einen Vergleich zwischen den Marktprognosen der großen Finanzhäuser und einiger unabhängiger ?Querdenker?. Er findet es auffällig, dass viele der großen Banken derzeit hauptsächlich nach Gründen für einen optimistischen Ausblick suchen, während die Unabhängigen oft Risiken in den Vordergrund stellen. Die Gefahren kämen zum einen vom US-Immobilienmarkt, einer sich abzeichnenden ?Bondblase? und drohender Inflation (beides durch die starke Verschuldung der Staaten verursacht). Der bekannte Vermögensverwalter aus Hong-Kong, Marc Faber, erwarte sogar in den USA eine ?Hyperinflation wie in Simbabwe?. Der Grund für die großen Abweichungen in der Einschätzung der Lage sei schnell gefunden:" Solche Ausreißer im Meinungsspektrum finden Anleger meist nur bei unabhängigen Adressen. ?Wir müssen die Welt nicht schön reden?, sagt Vogt. Anders sei das bei großen Finanzinstitutionen: ?Die müssen Produkte verkaufen.? Das funktioniere bei Schönwetterprognosen eben besser. ?Und wenn ich dort mit einer Rezessionsprognose daneben liege, riskiere ich einen Karriereknick.?"[Quelle online lesen..]



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